Erster Rennspocht-Bericht von 4 Seasons MTB

IMAG0376Am letzten Wochenende trafen wir fast mit dem ganzen Team in der Weltmetropole Emmelshausen ein , so Facebook, um am dortigen Marathon Event „Schinderhannes“ teil zunehmen.

Für mich begann das ganze mit Auto packen am Samstagmorgen. Unser Jüngster, Joel, lief um das Auto rund her rum und fragte stetig nach seiner Wasserpistole… Wasserpistole aufm MTB-Rennen? Ja, Joel ist auf dem Kids Race für 5-7jährige unterwegs gewesen und hat glatt den 9. Platz und eine Medaille abgestaubt.

Zurück zum Packen, Abfahrt war für 12 Uhr geplant, um 12:15 Uhr saßen wir dann auch wirklich im Auto und fuhren los Richtung Emmelshausen. Das Einchecken im Hotel war für 14 Uhr geplant. Erfolgreich. Schickes Hotel und auch unkompliziert.

Bereits nach dem Einchecken wurde Joel startklar für sein erstes Rennen gemacht. Um 14:50Uhr stand er dann in voller Montur am Start und gab dem Eventsprecher noch ganz cool ein Interview. Die Meute sprintete dann auch pünktlich mit dem Startschuß um 15 Uhr los.

Nach dem die ersten von uns bereits ihre Startunterlagen abholten, ging es zur Siegerehrung des Kids Race. Das Tütchen mit den Sachen zum Naschen war natürlich genau richtig nach dem Rennen 😉 Ein Finisher-Spaghetti-Eis gab es an der örtlichen Eisdiele auch noch, jam jam.

IMG-20140517-WA0003Am Abend trafen wir uns alle zum Auffüllen der Kohlenhydratspeicher bei Steffi und Thorsten auf dem Campingplatz, wo wir deftig grillten. Natürlich fehlte auch das alkoholfreie Weizen nicht. Nach all dem Fleisch, Nudelsalaten, Brot, Dips und Co gab es dann auch noch lecker Marmorkuchen. Leider nahm das Pokalendspiel im Fernsehgerät nicht den gewünschten Verlauf für uns Rheinländer. Hätten wir Alkohol gehabt, dann …

Joel fand in der Nachbarschaft sowie auf dem Spielplatz sein Glück. Ein Andenken nahm er sich auch mit. Vor dem Schlafen gehen schüttete ich zirka ein halbes Kilo Sand aus seinen Schuhen.

IMG-20140519-WA0003Pünktlich um 7 Uhr ging es dann für uns Hotelgäste ans Frühstücksbuffet. Startklar ging es dann um 8:30 Uhr raus aus dem Hotel. Dort trafen dann auch schon Ralph und Patrick ein. Beide machten Ihre Bikes startklar, mit Nummer befestigen und so. Es war schon eine gewisse Nervosität spürbar. Für beide sollte es der erste offizielle Marathon sein.

Michael, wo bleibt Michael?! Den hatte ich am Vorabend noch nachgemeldet, für 28€. Kurz vor 9 Uhr tauchte auch er in einer Seelenruhe vor dem Hotel auf. Ralph war da schon irgendwo vorne im Getümmel des Startblocks verschwunden. Er, Michael und ich starteten um halb 10 auf den Halbmarathon, 68km und 1600hm. Michael und ich legten gemeinsam los. Doch auf Grund meines Harndranges, trennten sich unsere Wege schon bald. Ca. 1,49km stand auf meinem Tacho, da scherte ich bereits zum Wasser lassen aus. Leider sollte das nicht zum letzten Mal sein. Insgesamt dreimal erwischte es mich auf der Tour. Was war denn da nur los?!

IMG-20140519-WA0007Warum nimmt man eigentlich an einer „Marathon-Veranstaltung“ teil und ist dann zu ängstlich sich das Bike zu beschmutzen?! Immer wieder wurde ich verdutzt von Mitstreiten angeguckt, wenn ich nicht wie sie an den Matsch- oder Wasserpfützen drumherum bin, sondern einfach und weil es schneller geht mitten durch. Was man da Zeit und Plätze gut macht, waaahnsinn. Aber leider habe ich wohl genau diese Zeit und Plätze wieder verloren, weil ich alle 20km zum Wasser lassen anhalten musste. That´s life.

Ungefähr bei Kilometer 14 meckerte mich plötzlich wer von der Seite an, warum ich ihn denn einfach überholen würde. „Ralph, hey Ralph du bist es.“ Man war ich auf den breiten Reifen des vor mir herfahrenden Fat-Bikes fokussiert. Am Start verloren und so früh wieder gefunden. Er ging es wohl zu schnell an und hat sich vom Tempo der Masse mitreißen lassen.  Tja, das ist bestimmt schon jedem mal passiert. Er sollte auch nicht der Einzige sein. Jeweils fuhren wir in unserem Tempo weiter.

Ca. alle 20Km gab es eine Verpflegungsstation. Ich ließ dort immer meine Trinkflasche auffüllen. Danke für den tollen Service.

Eine ganze Weile fuhr ich ganz alleine durch den Wald. Sicher ca. 5Km ohne jemanden vor oder hinter mir zu sehen. Benny alleine im fremden Wald, auweia. Das habe ich noch nie erlebt. Erst als die Kurzstrecke und der Halbmarathon Streckenmäßig zusammen geführt wurden, bekam ich auch wieder Gesellschaft. Die zweite Verpflegungsstation befand sich ungefähr bei Rennkilometer 40. Wie zuvor auch, ließ ich wieder meine Trinkflasche auffüllen, um dann wieder los zurollen. Plötzlich sprach mich jemand an: „Benny!“ Mein Kopf drehte sich nach rechts und ich erblickte ihn. „Micha, was machst Du hier?“ Auch Michael hatte sich vom Tempo mitziehen lassen und bekam nach der Hälfte des Halbmarathons einen Einbruch. Ein Stück noch fuhren wir gemeinsam, doch bereits auf dem ersten der vielen kräftezehrenden Graswege verloren wir uns wieder.

IMG-20140519-WA0005Nur noch wenige Kilometer bis zum Ziel, nette Teenager am Streckenrand ließen es verlauten. Doch diese wenigen Kilometer hatten es noch in sich. Keine langen Anstiege, nein, sondern eher kurz und knackig mit aufgeweichten bis matschigen Boden. Tja, da musst ich mal ein Stück schieben. Was zieht denn da? Wird das jetzt ein Krampf oder nicht. Nein, er wollte nicht.
Am Ende einer Abfahrt sah ich dann Patrick mit einem Streckenposten plaudern. „Herr Böhm, schön pedalieren!“ Rief er mir hinterher und ich war verdutzt ob dessen, was er denn da treibt. „Patrick, was ist denn mit Dir los?!“ Diese Frage wurde dann im Ziel beantwortet, gebrochene Sattelstütze. Trotzdem konnte auch er seine Distanz als Finisher beenden.
Im Ziel angekommen, wurde man festgehalten und eingescannt. Wegen Zeit und so. Glücksgefühle machen sich dann umgehend im Körper breit. Glücksgefühle, das man es geschafft hat. Schon verrückt der Mensch, erst schindet er sich Stunden lang um dann im Ziel einen Rausch von Zufriedenheit, Glück und Entspannung zu erfahren.
IMG-20140519-WA0002Bei den Damen vom Sektstand gab es zum Jubiläum des 10. Schinderhannes MTB-Marathon dann auch noch ein Glas Sekt oben drauf. Prickelnd. Grins. Ich staubte dann auch noch die Finisher-Pasta ab, die es auch für Vegetarier gab, mit und ohne Parmesan. Michael und Ralph trafen dann auch eine Weile später ein. Da die restlichen Teilnehmer die auf der Fun- und Kurzstrecke unterwegs waren, sich bereits auf der Wiese sonnten, trafen wir uns alle am Ziel. Dort saßen wir noch eine Weile und tranken, quatschten und tauschten uns über unsere Erlebnisse aus. Joel spritzte dann an der Waschstation noch einige Bikes mit dem Feuerwehrschlauch ab. Und im aufgebauten Dusch-Sattelschlepper ging es dann zum Duschen. Geniales Teil. Dort konnte man zahlreiche Duschköpfe eines bekannten Armaturenherstellers ausprobieren. So macht das Duschen nach dem Rennen Spaß. Aber warum lassen die Leute ihre leeren Duschgeldosen einfach auf dem Boden liegen, wo der Mülleimer keine 5 Meter weiter stand…?

So, ich übergebe dann mal an Stefan. Bin mal gespannt darauf, was er so zu erzählen hat.

Happy Trails Benny

P.S. Wahnsinn, wie viele Trinkflaschen da auf so einer Strecke verloren gehen. Die Armen mußten sogar alleine im Wald übernachten…

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Vielen Dank Benny für die netten  einleitenden Worte.

Auch ich machte mich schon Samstag auf den Weg in die Weltmetropole Emmelshausen. Allerdings durfte ich morgens noch Arbeiten und war somit erst gegen halb sechs in Emmelshausen. Leider habe ich dadurch das Rennen von Joel verpasst. In Emmelshausen angekommen, traf ich schnell auf Steffi, Sabine und Benny und besorgte die Startunterlagen von Ralph, Patrick und mir. Auch dies ging ohne Probleme und die beiden mussten sich am nächsten Morgen nicht noch einmal anstellen. Draussen traf ich dann auch auf den Rest der Truppe und Joel präsentierte mir stolz seine Medaille.

IMAG0369Anschließend verbrachten wir bei isotonischem Weizen und leckeren Grillfleisch einen schönen Abend auf dem Campingplatz. Dort blieb ich auch über Nacht. Am nächsten Morgen gab es dann noch ein dreifaches Rührei mit Toast und Speck. Gut gestärkt machte ich mich dann auf den Weg zum Start. Benny war schon auf seiner Runde, aber Patrick wartete auf mich. Seine Startnummer wurde am Bike befestigt, Marion (die zusammen mit Steffi, Sabine, Thorsten und Immi auf der Funstrecke gestartet sind) bekam noch ein wenig Luft von mir in ihren Dämpfer.

Und dann ging es auch schon los. Mein erstes Rennen sollte starten. Ich war wirklich ein wenig aufgeregt und gespannt was mich erwartet. Es ging auf die Einführungsrunde und dort blieb ich auch im ersten Stau vor einer Matschpfütze hängen. Patrick hatte das Glück und konnte noch mitten durch schlüpfen. So fuhr er mir erstmal davon. Zwar immer in Sichtweite aber ich schaffte es nicht richtig an ihn heranzufahren. An der ersten richtigen Steigung jedoch hatte ich ihn dann wieder. Ein kleiner Plausch und nun konnte ich mich absetzen. Hier machte ich auch einige Plätze gut. Erstaunlich wie viele doch schon an der ersten Steigung absteigen und schieben. Und so fuhr ich dann in einer Gruppe von ca 7-10 Bikern, die das selbe Tempo hatten wie ich über den Kurs. In Ruhe bergauf kurbeln und rasant auf flowigen langen Trails bergab. Ich glaube ich habe bei der ersten Fahrt auf unbekannten Trails noch nie so Gas gegeben. Das Rennfieber hatte mich dann doch gepackt.

IMG-20140519-WA0006Auf der Kurzstrecke gab es drei „Gefahrenstellen“. Diese waren frühzeitig angekündigt, damit diejenigen die auf Steilstücken, kleinen Steinfeldern oder Wurzelpassagen sich unsicher fühlen schieben konnten. Dadurch entstand meist auch ein Stau. Aber nach kurzer Absprache ließen die, die eher schieben wollten den anderen Vorrang. So konnte ich dort auch einige Plätze gut machen. Alle Gefahrenstellen waren für mich ohne Probleme fahrbar und es machte Spaß auch ein paar technische Herausforderungen auf der Strecke zu haben.

Kurz vor unserer Verpflegungsstation trafen sich die Strecken der Kurz- und Funstrecke und ich erblickte ein paar Meter vor mir eine junge FRau mit auffalend grünen Socken. Dies konnte nur Marion sein. Mit ihr kurbelte ich dann noch die letzten Meter zur Verpflegungsstelle hoch. Dort traf ich auch den Rest der Truppe von der Kurzstrecke. Alle bester Laune und mit vollen Backen. Den es gab Wasser, Isogetränke, Bananen, Äpfel und verdammt leckere Müsliriegel. Diese wurden wohl von einem Bäcker aus der Gegend selbst hergestellt. Das Rezept muss ich mir noch irgendwie besorgen. Gut gestärkt ging es dann auf die letzten ca 15km. Bis zum Schluss begleitete mich dann ein junges Mädel auf einem knallbunten Radon Slide. Dies war mal vor ein paar Jahren eine Spezialedition. Sie fuhr auch dasselbe Tempo wie ich. Ich war bergab meist schneller aber bergauf überholte sie mich dann doch immer wieder.

IMG-20140519-WA0011Auf den letzten 10km waren dann Kurzstrecke, Halbmarathon und Marathon zusammengeführt. Und so hörte man öfter von hinten ein „2 mal links“ und ZACK-ZISCH sprinten 2 Biker an dir vorbei. Man selber fährt schon am Limit langsam die Steigung hoch und die Jungs fliegen nur so an dir vorbei. Respekt!!!! Die letzte richtige Steigung nahm mir dann auch die letzte Kraft aus den Beinen und ich musste auch schieben. Oben angekommen musste ich dann doch mal kurz pausieren und Luft holen. Aber als ein anderer Biker mich ansah und auch wohl mit letzter Luft sagte „Los, kämpfen, sind gleich durch“ folgte ich ihm und fuhr mit ihm Richtung Ziel. Auf dem „staubigen Karree“mobilisierte ich nochmal meine letzten Reserven und konnte meinen letzten Begleiter noch hinter mir lassen. Dies lag wahrscheinlich auch an den Anfeuerungsrufen von Joel und Marion die schon im Zielbereich auf mich warteten. Im Ziel eingescannt war ich richtig kaputt aber glücklich. Auch weil ich meine angepeilten 3 Stunden unterbieten konnte. Jetzt gab es erstmal meine Portion Nudeln und entspannen auf der Wiese. Wie Benny schon geschrieben hat tauschten wir uns dann noch aus, genossen das ein oder andere Getränk, putzten die Bikes und anschließend machte ich mich auf den Heimweg.

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Es war für alle (wenn man die gebrochene Sattelstütze von Patrick mal absieht) ein super Wochenende und ein fantastisches Rennen bei bestem Wetter. Top organisiert, super ausgeschilderte Strecken und überall immer freundliche Menschen. Ein großes Lob und großer Dank an die Organisatoren und allen Helfern rund um die Strecke. Nächstes Jahr kommen wir wieder.

Alle Infos zum Schinderhannes findet ihr auf der Homepage: Schinderhannes-mtb.org oder auf der Schinderhannes Facebook Seite.

Happy Trails ~ Stefan

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