Wenn man mit MTB-Guides auf Reisen ist

Ja so ein Tag sollte es gestern werden. Aber fangen wir von vorne an.

Gestern war Donnerstag und ich hatte meinen freien Tag. Das Wetter stimmt, die Temperaturen sind angenehm, also rauf aufs Bike. Ein paar Tage vorher machte ich mit Benny aus doch mal eine Tour in Altenberg zu fahren. Gesagt, getan. Ich holte mir noch eine schöne Tour vom David aus der Kölner Facebook Gruppe. Mitte März ist schon eine Truppe aus der Facebook Gruppe  die Tour von Altenberg bis zur Sengbachtalsperre, anschließend zur großen Dhünntalsperre und zurück nach Altenberg, gefahren. Im Laufe der Woche sagte noch ein Arbeitskollege von Benny zu, die Tour mitzufahren. „Nun gut“, dachte ich „mit mehreren ist es immer besser.“

So trafen wir uns dann nun in Altenberg am Parkplatz „Schöllerhof“ um von dort zu starten. Als ich auf den Parkplatz fahren wollte, kam ich zu allererst gar nicht drauf. Vier oder fünf Polizeiautos standen kreuz und quer in der Einfahrt. Kurzes verständigen und ich konnte links an den Autos der Beamten vorbei fahren. Benny wartete schon auf mich. Eine kurze Begrüßung und wir machten uns und die Bikes fertig zur Abreise. Bennys Arbeitskollege Michael war wohl noch auf der Suche nach seinem Helm, es sollte also noch ein paar Minuten dauern. Nach einem Plausch über dieses & jenes beobachteten wir die Polizisten, wie sie wohl eine Straßenkontrolle übten. Auf einmal fuhr der zu kontrollierende Golf mit quietschenden Reifen los, im vollen Tempo vom Parkplatz auf die Straße und die Beamten mit Blaulicht hinterher. Es war einiges los und so eine Übung macht sicher Spaß. Allerdings war von Michael immer noch nichts zu sehen. Benny erzählte mir dann noch, dass er ja MTB-Guide für Alpencross ist. „Hmm“, dachte ich „und Benny war Guide auf Mallorca. Das kann ja heiter werden“.

Jetzt sollte auch Michael ankommen. Abgehetzt kam er angerast. Seinen Helm hatte er wohl nicht gefunden, also musste der universale Radon Helm herhalten. Einmal zu Luft kommen lassen und dann konnte man sich auch begrüßen. Da Michael aus Gegend kam, hoffte ich doch drauf, dass er als Local,die Führung übernimmt. Aber denkste. Die Tour Beschreibung klang doch sehr verlockend und so sollte es dann doch meine Tour sein.

Vom Parkplatz ging es dann auch schon los. Direkt in den Wald und auf die Altenberger Trails. Diese sind echt ein Traum. Schmal, teils wurzelig und steinig, aber immer einen Bach links oder rechts der einen begleitet. Ich wusste ja, dass Benny schon sehr gut biken kann. Schnell merkte ich aber, dass auch der Michael nicht seit gestern auf dem Bike sitzt. An der ersten Brücke, die am Anfang und am Ende drei oder vier Treppenstufen aufzuweisen ist, steigen normal die Jungs und Mädels mit denen ich bis dato unterwegs war immer kurz ab, die Treppenstufen das Bike hochgetragen und anschließend der eine fahrend, der andere schiebend, die Brücke zu überqueren. Aber das ist ja einfach. Bei Michael sieht das ganze ein wenig anders aus. Er fährt an die Treppe ran, setzt das Vorderrad auf die ersten Stufen ab um mit ein, zwei Hoppsern die Treppe AUF dem Bike zu überwinden. Da staunte ich nicht schlecht. Der Herr Alpencross Guide mit seinem Hardtail hat es echt drauf.

IMG-20140403-WA0003[1]Aber gestaunt wird später weiter. Es ging weiter über die Altenberger Trails. Immer wieder einen kleine Bach über- oder durchquert. Eine Durchfahrt wurde Michael aber zum Verhängnis. Die Stelle, an der er den Bach durchqueren wollte, war leider etwas tiefer als gedacht. So parkte er sein Vorderrad in der Bachsenke und sich halbwegs im Bach. Schnell aufgestanden, nichts passiert, jetzt durfte gelacht werden. Da Schadensfreude bekanntlich die schönste Freude ist, kam auch Michael nicht zu kurz. Denn als wir weiterfahren wollten merkte ich, dass ich einen Platten hatte. Mein erster seit gut 2 Jahren. Also erneut Pause und Schlauchwechsel war angesagt. Und der verdammte Nobby Nick wollte einfach nicht von der Felge. Unser erfahrener Mallorca-Guide Benny kam mir mit helfender Hand zur Hilfe und brach direkt mal meinen Reifenheber ab. Na das fängt ja gut an. Aber nach ein paar Minuten war der Mantel von der Felge, das kleine Stücken Glas war auch gefunden, neuer Schlauch rein und weiter sollte die wilde Fahrt gehen.

Es ging immer wieder ein ganzes Stück bergauf und immer wieder ein schöner Trail bergab. Mal flowig zum laufen lassen, mal etwas technischer mit Wurzeln, Steinen und kleinen Absätzen. Und Michael mit seinem Hardtail meist volles Pfund den Berg hinab. Da soll nochmal einer sagen, dass man solche Passagen nicht mit einem Hardtail fahren kann. Was nützt einem viel Federweg wenn der Biker und seine Fahrtechnik nichts kann. Ich möchte nicht wissen, was er mit einem Fully anstellt. Angekommen an der Sengbachtalsperre konnte dann Benny auch endlich seine Banane mit Fernblick genießen. Nur leider ohne eine Bank. Aber dies überlebte er.

Von der Sengbachtalsperre ging es dann, vorbei an Schloß Burg Richtung Dhünntalsperre. In einem Dorf namens Tente machten wir halt. Unsere Magen knurrten und verlangten nach was Essbaren. Leider hatte der erste Biergarten geschlossen und so hielten wir an einem kleinen Imbiss an. Hier gab es dann auch unser vermisstes Spezial von unserer letzten Tour in Landgraaf. Wir entschieden uns für Curry-Wurst Spezial mit Pommes Spezial, also doppelt Spezial. Wer weiß wann wir dies nochmal auf dem Bike erleben.

IMG-20140403-WA0002[1]Der restliche Weg zu Dhünntalsperre ging dann leider viel über Teer, was die beiden Guides mir dann auch des öfteren mal aus Brot geschmiert haben. Es vielen so Sätze wie: „Wo ist der Wald?“, „Teer & Asphalt haben wir aber nicht gebucht“ oder „Oh was neues, Autos und Straße“. Ich merkte schon früh auf der Tour, dass sie wohl endlich alle die Sprüche klopfen konnten, die sie wohl selber immer an den Kopf bekommen. Aber nun ja, mit mir kann man es ja machen. Das ganze machte es natürlich auch nicht viel besser, wenn ich mal falsch abgebogen bin, natürlich weil mein Garmin zu langsam ist *zwinker*. Was ich euch noch mit auf dem Weg geben kann. Anscheinend muss man als Guide allerhand wissen. Es kamen während der Tour immer wieder Fragen wie: Wie heißt der Bach hier oder der Fluß dort? Wie heißt dieses Schloss? Wie heißt dieser Ort, wer ist hier Bürgermeister und welcher Partei gehört er an? Wann gibt es Kuchen? Das wichtigste in so einer Situation ist, immer eine Antwort zu haben. Denkt immer dran, ihr kennt euch hier aus und sie folgen die nur. Also lieber Benny, jetzt kann ich es ja auflösen: Der Bach an dem wir vorbeigefahren sind, war nicht der Rhein, ich hatte einfach keine Ahnung.

Aber im Ernst, die beiden machen als Guides einen super Job und wo sie fahren werden sie sich auch auskennen und euch keinen Quatsch erzählen. Aber ich musste ja irgendwie aus der Nummer wieder raus.

An der Dhünntalsperre angekommen nahmen wir auch den direkten Weg zum Parkplatz. Hier konnte man es nochmal schön laufen lassen und die Beine lockern.

Es war aber von vorne bis hinten eine super Tour. Tolle Trails, super Bike Kollegen und Altenberg und Umgebung ist auch einfach schön fürs Auge. Hier werde ich nicht das letzte mal gewesen sein.

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